Nachhaltigkeitszertifizierung für Bioenergie
Ein wichtiger Baustein für die zukünftige Energieversorgung aus Erneuerbaren Energien wird der Biomassenutzung beigemessen. Bioenergie kann gespeichert und zur Stromversorgung, zum Heizen und als Kraftstoff verwendet werden. Mit verbindlichen Umweltschutzvorschriften, etwa der Zertifizierung von Biokraftstoffen, ist die Branche Vorreiter in Sachen Klimaschutz.
Dass die Bioenergie Pionier beim Klimaschutz ist, zeigt die Branche mit den in Deutschland seit einem Jahr umgesetzten EU-Nachhaltigkeitsstandards. Für den deutschen Markt haben sich rund 2.000 Betriebe vom kleinen Getreidehändler im Binnenland bis hin zu den Biodieselfabriken an den Häfen ihre umweltfreundliche Wirtschaftsweise in Sachen Biomasse bestätigen lassen. Die Nachhaltigkeitszertifizierung dient der Verringerung des Treibhausgasausstoßes und soll sicherstellen, dass für die Biokraftstoffproduktion keine Regenwälder abgeholzt werden. "Die Bioenergie hat damit Standards für die Landwirtschaft und für weitere Branchen gesetzt. Nachhaltigkeitskriterien sollten nicht nur für Bioenergie gelten, sondern auf die Lebens- und Futtermittelindustrie ausgeweitet werden", verlangt der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, Philipp Vohrer.
Die Biokraftstoffbranche hat die Nachhaltigkeitsstandards in wirtschaftlich schwierigen Zeiten umgesetzt. Von Januar bis Oktober 2011 sank der Biodieselabsatz in Deutschland laut vorläufigen Angaben des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um rund 11 Prozent auf knapp 2 Millionen Tonnen. Der Bioethanolabsatz ist nach der Einführung von E10 hingegen spürbar gestiegen und lag von Januar bis Oktober 2010 bei rund 1 Million Tonnen.
Zuwächse melden auch andere Sparten der Bioenergiebranche. Schätzungsweise 1.200 Biogasanlagen sind in Deutschland 2011 neu ans Stromnetz angeschlossen worden. Mit der installierten Leistung aller Biogasanlagen von knapp 2.800 MW kann der Strombedarf von etwa 5,1 Millionen Haushalten gedeckt werden. Die dezentralen Anlagen ersetzen damit schon heute mindestens zwei Kernkraftwerke. Strom aus Biogas ist speicherbar und kann deshalb zum Ausgleich der schwankenden Stromerzeugung aus Windenergie- und Solaranlagen dienen. "Mit dem stetigen Wachstum der Wind- und Solarstromproduktion werden diese Qualitäten der Bioenergieanlagen künftig noch wichtiger", betont Vohrer.
Neben Biogas und Biokraftstoffen ist Holz ein wichtiger Bioenergielieferant. Über die Bereitstellung von Heizenergie tragen die Forstwirte zur Versorgung mit Erneuerbaren Energien bei. Gleichzeitig sind für eine wachsende Versorgung mit erneuerbarer Wärme verstärkte Anstrengungen erforderlich, um die Zielvorgaben der Bundesregierung zu erreichen. Die Modernisierungsquote in den deutschen Heizungskellern soll laut den Zielen der Bundesregierung von derzeit weniger als ein Prozent auf zwei Prozent pro Jahr steigen.
Die Biomasse brachte es 2010 auf einen Anteil von 7,7 Prozent am Endenergieverbrauch in Deutschland, der Anteil der Erneuerbaren Energien insgesamt lag bei 10,9 Prozent.
Informationen zum Thema Bioenergie hält die Agentur für Erneuerbare Energien unter im Menüpunkt Biomasse bereit. In der Reihe Renews Spezial sind Hintergrundinformationen zur Zertifizierung von Bioenergie und zum Biokraftstoffmarkt erschienen.
Autor(en): Aus der Pressemeldung der Agentur für Erneuerbare Energien